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Neuigkeiten
24.12.2014, 08:15 Uhr | Text: E.Schilling Bilder: ES, CK, SiS
Ein Jahr der Auseinandersetzungen
Bilanz der SeniorInnenvertretung 2014 und Vorhaben 2015

Dieses Halbzeitjahr unserer Amtszeit war geprägt von sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Erfolgen und Auseinandersetzungen. Geprägt auch davon, dass wir uns zwar veränderten,  dennoch niemals die Mindestzahl von 13 Mitgliedern erreichten, die das Seniorenmitwirkungsgesetz vorschreibt. Als Zugang konnten wir Debasish Bhaduri begrüßen, der seine langjährigen Erfahrungen als BVV-Mitglied bereichernd in unsere Arbeit einbringt. Zwei andere verließen uns.

Auf der Habenseite unserer Bilanz steht, dass wir (fast) alle geplanten Vorhaben durchführten und unsere Planungen von den realen Entwicklungen bestätigt wurden.
Wir wollten in allen drei ehemaligen Bezirken von Mitte jeweils ein Vernetzungstreffen zum Erfahrungsaustausch mit OrganisatorInnen von Nachbarschaftsarbeit durchführen, um diese für die Zielgruppe der Älteren zu sensibilisieren. Das allein zu organisieren, überstieg unsere Kräfte, und das Bezirksamt verweigerte die erbetene Unterstützung mit dem Hinweis auf Doppelarbeit. In der Tat können wir feststellen, dass sich inzwischen einige weitere Einrichtungen auch für unsere Zielgruppe geöffnet haben. Leider versäumten wir die Anfrage, ob wir zu den von der Sozialraumraumkoordinierung des Bezirksamtes durchgeführten Trägertreffen regelmäßig eingeladen werden könnten.


Als Erfolg sehen wir, dass in der Spandauer Straße 2 sich noch immer SeniorInnen treffen und im Oktober das zwanzigjährige Bestehen der Begegnungsstätte gefeiert werden konnte. Auf unsere Bitte verlängerte die WBM den alten Mietvertrag zu den bestehenden Konditionen und die Bezirksverordneten stimmten der vorsorglichen Kündigung desselben nicht zu. Die Bemühungen, einen neuen Träger zu finden, scheiterten bisher. Träger sind heutzutage kaum noch imstande, eigenes Personal zu stellen, andererseits sind der gute Wille und die Erfahrungen Ehrenamtlicher, gepaart mit den immer kurzfristigeren Maßnahmen der Arbeitsämter nicht genug, um verlässlich neue Konzepte und Entwicklungen zu gewährleisten. Wir hoffen, dass in der verbleibenden Zeit eine gute Lösung gefunden wird. Anderenfalls wird das Gleiche geschehen, wie bei der Schließung des Spittelclubs zum Jahresende 2014, wo viele sehr alte BesucherInnen ihren sozialen Mittelpunkt verloren haben, weil für sie der Weg zum KREATIVHAUS zu mühsam ist.

Ein klarer Erfolg war auch unser SeniorInnenforum, das am 30.10. im Rathaus Tiergart
en stattfand und gut besucht war. Unser Thema „Angemessener Wohnraum“ wurde durch die Entwicklungen am Hansa-Ufer 5 in seiner brennenden Aktualität bestätigt. Von Anfang an konnten wir die Aktionen der BewohnerInnen dieses ehemaligen Seniorenwohnhauses unterstützen und begleiten. Ihr bisher erfolgreicher Widerstand gegen die Planungen des Hauseigentümers führte auch dazu, dass endlich die besonderen Folgen der Verdrängung Älterer aus ihrem lebenserhaltenden sozialen Umfeld Teil des öffentlichen Diskurses von Gentrifizierung wurde.

Unsere aktive Beteiligung an Tagungen auf Landesebene und in den Arbeitsgruppen des Landesseniorenbeirates führten unter anderem zur Idee des „Silbernetz“ (siehe dort), dessen Entwicklung von uns unterstützt wird.
Wir trugen mit einer detaillierten Stellungnahme unsere Erfahrungen mit dem Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz in die Debatten ein. Auf einem Workshop von Landesseniorenbeirat und Senat zur angedachten Novellierung desselben wurde im November sehr deutlich, dass alle Beteiligten einhellig die Änderung des uneffektiven Wahlverfahrens zu den Seniorenvertretungen wollen. Herr Caja, der zuständige Senator, äußerte sich optimistisch zu einer möglichen Novellierung noch in dieser Legislaturperiode. Was uns wiederum Hoffnung macht, nach den Wahlen 2016 unter besseren Bedingungen starten zu können. (Link)

Insgesamt ziehen wir so eine positive Bilanz für dieses Jahr 2014.

Im Jahr 2015 steht intensive Öffentlichkeitsarbeit an erster Stelle. Gleich, ob di
e Gesetzesnovelle kommt oder nicht, wir haben noch knapp zwei Jahre Zeit, uns so bekannt zu machen, dass wir uns 2016 mit mehr als 17 BewerberInnen den Wahlen der SeniorInnenvertretung stellen können.
Unter anderem planen wir eine Aktion der Lebensfreude (einen „Flashmob“) auf einem vielbesuchten öffentlichen Platz unseres Bezirkes  am 1.Oktober 2015 anlässlich des Internationalen Tages der älteren Generationen. Ideen für das „Wie“ entwickeln wir noch und nehmen Anregungen sehr gern entgegen.
Im Juni 2015 werden wir einen Fachtag mit Workshops durchführen zum Papier des Stadtbezirkes „Gemeinsam älter werden in Mitte – Moderne Generationenpolitik in Mitte“ (Link). Ein Jahr nach seiner Veröffentlichung auf der Homepage des Bezirksamtes ist es Zeit, nachzufragen, was inzwischen geschah und gemeinsam Ideen zu entwickeln, was geschehen sollte.

Und selbstverständlich werden wir auch im kommenden Jahr in der BVV regelmäßig mit Bürgeranfragen die Interessen der Älteren vertreten, sowie uns an den inzwischen entstandenen drei "Runden Tischen Seniorenarbeit" in Moabit, im Sprengelkiez und im Wedding beteiligen. Das alles ist viel Arbeit für zu wenige Menschen, Arbeit, der wir uns dennoch gern und nach besten Kräften stellen. Für Anregungen, Hinweise und solche, die diese Arbeit mit uns teilen wollen, sind wir sehr dankbar. Der Bezirk Mitte braucht dringend viele engagierte Ältere, die ihre speziellen Erfahrungen unüberhörbar und unmissverständlich in Politik und Öffentlichkeit einbringen.


Wir danken all unseren UnterstützerInnen für ihre Kritik, Anregungen und eigene Aktionen in diesem Jahr - ohne Sie hätten wir nicht erreicht, was wir erreichten. Wir danken allen Bezirksverordneten dafür, dass sie Geduld, Interesse und Unterstützung für unsere Anliegen aufbrachten und uns mit Nachfragen an das Bezirksamt wirksam unterstützten. Und wir danken all jenen MitarbeiterInnen des Bezirksamtes, die geduldig unsere Fragen beantworteten und mit uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereitwillig kooperierten.

Vielen Dank und auf ein gutes Jahr 2015 !

aktualisiert 30.05.2016, 06:32 Uhr
Kontakt
SeniorInnenvertretung Mitte
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